
Ausgesetzt, überzüchtet, vergessen
Stadttauben sind keine Wildtiere. Sie sind die Nachfahren von Haustauben, die der Mensch über 7000 Jahre gezüchtet hat. Als sie mit moderner Technik „überflüssig” wurden, hat man sie einfach sich selbst überlassen.
Stadttauben sind keine Wildtiere. Sie sind die Nachfahren von Haustauben. Als sie mit moderner Technik „überflüssig” wurden, hat man sie einfach sich selbst überlassen.
Jetzt mithelfenDurch die Zucht brüten Stadttauben ununterbrochen, bis zu achtmal im Jahr – völlig unabhängig davon, ob genug Nahrung vorhanden ist oder ob die Eltern bereits am Limit sind. Was früher dem Menschen nützte, ist heute ein grausamer Nachteil: Küken verhungern im Nest, während die Eltern verzweifelt weiterfüttern. Stirbt ein Jungtier, beginnt sofort die nächste Brut. Dieser angezüchtete Zwang kennt keine Pause.
Die Stadt selbst verschlimmert das Problem. Tauben suchen instinktiv die Nähe des Menschen – unsere Gebäude erinnern an Felsen und Höhlen. Doch im Gegensatz zur Natur finden sie dort kein artgerechtes Futter. Statt Körnern gibt es vor allem Brot und Abfälle: nährstoffarm, ungeeignet und oft krankmachend.
Das Leid der Stadttauben ist menschengemacht.
Sie leben in einer Umwelt, für die sie nie gedacht waren – und brauchen unsere Hilfe, um zu überleben.
Wie du helfen kannst
Jede Taube, die heute nicht hungern muss oder gerettet wird, verdankt das engagierten Menschen. Hier findest du nachhaltige Wege, Tauben effektiv zu helfen:
- Politisch Druck machen: Betreute Taubenschläge nach dem Augsburger Modell sind der einzige Ansatz, der Taubenleid nachhaltig reduziert. Das braucht strukturierte Arbeit vor Ort, am wirkungsvollsten ist der Einstieg in einen lokalen Taubenverein, wie dem Stadttaubenprojekt Berlin e.V.
- Eiertausch: Durch den angezüchteten Brutzwang hat das Leid kein Ende: Tauben brüten bis zu 6-mal im Jahr, unversorgte Jungtiere werden teils mit Zigarettenstummeln gefüttert. Durch den Tausch von Eiern gegen Attrappen können Engagierte an Futterstellen den Teufelskreis durchbrechen.
- Kranke Tiere sichern und päppeln: Geschwächte oder verletzte Tauben überleben nur Dank der Hilfe engagierter Päppler:innen. Vereine und Privatpersonen bieten regelmäßig Kurse an.
- Futterstellen unterstützen: Futter und frisches Wasser bereitstellen verhindert akuten Hunger. Zudem verhindert das Sichern kranker Tiere vor Ort, dass sie qualvoll auf der Straße sterben. Auf dieser Karte findest du Futterstellen, die aktive Unterstützung suchen.
Gemeinsame Futterstellen in Berlin
Hier findest du feste Treffpunkte, an denen ehrenamtliche Fütter:innen unterwegs sind. Sprich die Teams vor Ort an, wenn du mithelfen möchtest oder sichere Anlaufstellen suchst.
Direkt Kontakt aufnehmen: